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Motorrad-Ratgeber

BMW K 1200 S: Sportlicher Allrounder mit innovativem Fahrwerk

Steckbrief

Hersteller BMW
Produktionszeitraum 2004 - 2008
Bauart Sporttourer
Zylinder Reihe
Zylinderanordnung 4
Hubraum (cm³) 1157 ccm
Leistung (kW, PS) 123 KW / 167 PS, bei 10.250 U/min
Drehmoment (N m) 130 Nm bei 8250 U/min
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 228 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 3,3 s
Tankinhalt 19 l
Verbrauch (bei 130 km/h) 6,1 l/100 km Superbenzin
Sitzhöhe (cm) 82 cm
Leergewicht (kg) 248 kg

Der sportliche Allrounder - Die BMW K 1200 S

Bild BMW K 1200 S
Die BMW K 1200 S gehört in die Kategorie der Sporttourer. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Die BMW K 1200 S ist ein Sporttourer. Mit der Produktion hat der deutsche Hersteller BMW AG im Juli 2004 begonnen. Bis Ende 2008 hat sich das Hightech-Motorrad 8000 Mal verkauft und wurde zum Bestseller. Als die BMW K 1200 S im Jahre 2004 auf den Markt kam, hatte die Fachpresse durchaus einige Kritik übrig: Das Magazin "Tourenfahrer" lobte zwar das tolle Fahrwerk und die insgesamt guten Allround-Eigenschaften, kritisierten aber gleichzeitig auch die Laufkultur des Motors. Die "Motorrad" konnte sich hingegen nicht so recht mit den Bremsen anfreunden.

Dabei war es weniger die Bremsleistung als solches, sondern insbesondere die schlechte Dosierbarkeit bei langsamer Fahrt. Typisch für ein Motorrad mit Kardanantrieb waren auch die harte Gasannahme und die ausgeprägten Lastwechselreaktionen. Das hakig zu schaltende Getriebe verlangte selbst von den treuesten Fans einige Opferbereitschaft. Ist die K 1200 S heute dennoch ein guter Kauf?

Technische Parameter

Die K 1200 S besitzt einen wassergekühlter Vierzylinder-Reihenmotor mit einer Leistung von 167 PS (123) KW und einem 1157 ccm Hubraum. Das Motorrad erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h, die Beschleunigung von 0-100 km/h liegt bei 3,0 Sekunden und der Durchschnittsverbrauch wird bei 6,3 l/100 km Super Plus angegeben. Die K 1200 S ist mit einem Sechsganggetriebe ausgestattet. Das Leergewicht beträgt ohne Zubehör 248 kg, vollgetankt liegt das Gewicht um die 254 kg. Der Tank fasst 19 Liter Superbenzin. Das Fahrwerk hat einen Brückenrahmen aus Aluminium, eine Duolever-Vorderradführung und ein Zentralfederbein hinten.

Ausstattung: Erste Maschine mit ESA

Die K 1200 S ist serienmäßig mit BMW Motorrad Integral ABS und optional mit ESA ausgestattet. Das Fahrwerk der BMW ist gekennzeichnet durch die Duolever-Vorderradführung und Paralever-Einarmschwinge für das Hinterrad. Derartige Spielereien waren von den Münchnern bekannt, das Electronic Suspension Adjustment, kurz ESA, war aber eine echte Innovation. Dabei handelt es sich um eine elektrisch verstellbare Veränderung der Federbasis und Dämpfung. Auf diese Weise lässt sich das Fahrwerk ganz unterschiedlichen Bedingungen und Fahrstilen anpassen.

Während die Technologie heute in fast jeder BMW erhältlich ist und bei einem PKW ab der Mittelklasse beinahe zum Standard gehört, war die K 1200 S das erste Zweirad mit einer derart aufwendigen Fahrwerkstechnologie. In der Praxis ist das Fahrwerk tatsächlich sehr unterschiedlichen Anforderungen gewachsen, zudem sind Fahrer und Sozius auf der sportlichen Reisemaschine perfekt untergebracht. Im Vergleich zur japanischen Konkurrenz wissen vor allem das großzügige Platzangebot und der weite Kniewinkel zu gefallen. Der Motor kann nicht so recht mit den Konkurrenten mithalten, insbesondere die Laufruhe und die Gasannahme ist bei den japanischen Wettbewerbern zumeist besser.

Kräftig ist die Maschine aber durchaus, mit einer Leistung von über 120 KW war die K 1200 S die bis dato schnellste Serien-BMW. Typisch für die bayerischen Motorräder sind allerdings auch Probleme mit Getriebe und Kupplung. Zum aufpreispflichtigen Zubehör gehören zudem viele Kommunikations- und Navigationskomponente wie zum Beispiel BMW Motorrad Navigator oder Diebstahlwarnanlage. Pluspunkte sind die bequemen Sitze für den Fahrer und Beifahrer, genug Windschutz und beste Aerodynamik.

Moderate Unterhaltskosten

Bild Geldbeutel mit Scheinen
Die Unterhaltskosten für die BMW K 1200 S fallen gering aus.

Auch wenn das Motorrad also bei den Testern und Käufern nicht ausschließlich positiv aufgenommen wurde, handelt es sich aus heutiger Sicht bei einer K 1200 S durchaus um keinen schlechten Kauf - was ganz unterschiedliche Gründe hat. Zum einen ist es so, dass das Getriebe hart zu schalten ist und laute Geräusche verursacht, sich ansonsten aber als langlebig erweist. Außerdem war die BMW als neues Motorrad zwar recht teuer, die Unterhaltskosten fallen allerdings vergleichsweise gering aus. Zudem sorgt der Kardan für einen geringen Wartungsaufwand.

Mängelreport

Auf einige Schwachstellen sollte bei der Besichtigung allerdings geachtet werden. Wie bei BMW üblich, wurde das Modell gewissermaßen beim Händler modellgepflegt. Viele Mängel, die noch die ersten Baujahre betrafen, wurden nach und nach abgestellt. Die ersten Modelle des Baujahres 2005 litten noch unter vielen Qualitätsproblemen. Fehlerhaft war beispielsweise zunächst der Ventiltrieb, weshalb sogar die Auslieferung der ersten Fahrzeuge gestoppt wurde. Auch die Bremsscheibenlagerung sorgte bei den frühen Modellen für quietschen, weshalb die Anbringung der vorderen Bremsscheiben modifiziert wurde.

Der Duolever wurde anfangs mit zu großen Toleranzen gefertigt, deshalb sind die Kugelgelenke häufig vorzeitig verschlissen. Mittlerweile sollten alle diese Mängel allerdings abgestellt sein, sodass ein abgestempeltes Scheckheft Sicherheit bietet. Die Interessenten sollten daher lieber die seit 2006 oder 2007 produzierten Modelle wählen. In diesem Jahr wurde ein überarbeitetes Integral-ABS eingeführt, außerdem wurden Getriebe und Motormanagement modifiziert. Grundsätzlich gab es Probleme mit der Kupplung . Bei einer Probefahrt sollte man die Funktion der Kupplung unbedingt überprüfen. Auch die Steuerkette bereitet ab und an Schwierigkeiten, was sich in einer entsprechenden Geräuschbildung kurz nach dem Start äußert.

Üblicherweise muss dann der Steuerkettenspanner getauscht werden. Die bereits genannten Lastwechselreaktionen wurden abgemildert, indem eine neue Software für das Motormanagement aufgespielt wurde. Diese sehr wirkungsvolle Maßnahme wurde schon 2005 durchgeführt, sodass eigentlich alle Maschinen über die aktuelle Software verfügen. Ansonsten hat die K 1200 S stabiles und zuverlässiges Fahrwerk.

Das Fazit zum BMW K 1200 S als Gebrauchtmotorrad

Bild Zapfanlage von einer Tankstelle
Ein Nachteil der BMW K 1200 S ist der hohe Spritverbrauch.

Die K 1200 S ist ein Allrounder und überzeugt mit starkem Motor, wirksamen Bremsen und gutem Fahrverhalten. Diese Eigenschaften lassen die K 1200 S auch heute noch zu einem guten Kauf werden. Abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen Getriebe kennt die BMW keine echten Schwächen, der Motor ist problemlos gut für sechsstellige Laufleistung. Der größte Vorzug liegt darin, dass sich die Fahrer nicht für ein Sport- oder Tourenmotorrad entscheiden müssen - mit der BMW K 1200 S erhalten sie ganz einfach beides, ohne große Kompromisse einzugehen. Insbesondere wer häufiger mit Sozius unterwegs ist, sollte die BMW ins Auge fassen. Dasselbe gilt für Fahrer, die das Motorrad noch lange in Betrieb nehmen möchten. Im Vergleich zur japanischen Konkurrenz bleibt die BMW wertstabil, die Ersatzteilversorgung sichergestellt. Enttäuschend jedoch sind ein hoher Spritverbrauch, hohes Gewicht und das krachende Getriebe. Der Käufer hat eine große Auswahl an gebrauchten Exemplaren, auf dem Markt gibt es viele Händler und Privatanbieter. Besonders beliebt sind die Modelle der mittleren und niedrigeren Preisklasse.

 

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